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Heiliger Schutz für das Pilgerhäusl HirschfeldeDer hl. Konrad von Parzham (1818 – 1894) soll fortan als Schutzpatron über das Pilgerhäusl Hirschfelde wachen. Während einer kirchlichen Zeremonie am 21. April 2013 wird das im Umbau befindliche Umgebindehaus gesegnet und seiner Obhut unterstellt. Nach christlicher Tradition erhalten so die künftige internationale Pilgerherberge und ihre Bewohner Gottes Beistand zugesprochen. Die öffentliche Haussegnung in der Komturgasse 9 nimmt Pater Georg Greimel aus dem Kapuzinerkloster Altötting vor. Dort hatte der heilige Konrad 45 Jahre als Mönch gewirkt. Das Pilgerhäusl im Zittauer Ortsteil Hirschfelde soll im Oktober 2013 nach dreijähriger Sanierung als Übernachtungs- und Begegnungsstätte am Jakobsweg Görlitz – Prag eröffnet werden.
Den Namen des heiligen Konrad trägt seit 1935 bereits die kleine Katholische Kirche in Nachbarschaft des Pilgerhäusls. Das gesamte Terrain gehörte im Spätmittelalter zu einer Kommende der Johanniter. Sie beschützten Kaufleute und Pilger auf den Handelsstraßen. Die ältesten Teile des Pilgerhäusls stammen möglicherweise aus dieser Zeit. Auch der Straßename „Komturgasse“ erinnert an die Geschichte: „Komtur“ wurde der Verwalter der Ordensniederlassung genannt. Neben diesem historischen Bezug ist auch das Patronat des heiligen Konrad ein verheißungsvolles Vorzeichen für die Bestimmung des Pilgerhäusls. „Er hatte im Kloster einst das Pförtneramt inne und symbolisiert für uns die besondere Gastfreundschaft, die sich künftig mit unserem Haus verbinden soll“, sagt der Vorsitzende des Pilgerhäusl e. V., Pfarrer Michael Dittrich. Die Segnung werde dazu beitragen, dass die Gäste hier während ihres Aufenthaltes Schutz und Geborgenheit finden und eine von Frieden, Trost und Freude geprägte Gemeinschaft in gutem Geist, dem Geist Gottes, entsteht. Die Haussegnung findet am Gedenktag des hl. Konrad von Parzham statt. Erwartet werden Kirchenvertreter aus Sachsen, Mitglieder von Jakobsweg-Vereinen und Partner der Haussanierung. Der Pilgerhäusl-Verein lädt zudem alle interessierten Bürger ein mitzufeiern. Die Veranstaltung beginnt um 13.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Katholischen Kirche. Gegen 14.30 Uhr schließt sich der Segnungsakt am Pilgerhäusl an. Eine Andacht wird die Feier um 16.30 beenden. Die Weihe ist ein Höhepunkt im Vorfeld der Neueröffnung des Pilgerhäusls. Diese ist mit einem Fest vom 25. bis 27. Oktober 2013 vorgesehen. Die denkmalgerechte und für die Umgebindebauweise beispielgebende Erneuerung seit 2010 wird von der EU gefördert und von zahlreichen Menschen im Umfeld mit freiwilliger Arbeit unterstützt. Derzeitige Bauarbeiten umfassen z. B. die Erneuerung einer Wand am Nordgiebel, die Wärmedämmung der Pilgerschlafbereiche auf dem Dachboden und die Nachgründung des Gewölberaums im Erdgeschoss. Informationen Michael Dittrich, Vorsitzender des Pilgerhäusl-Vereins Telefon 03585 862580 Jeannette Gosteli, Geschäftsstelle Umgebindeland Telefon 03583 721109 www.umgebindeland.de Programmhefte zum UmgebindehaustagDruckfrisch kündigt sich der Tag des offenen Umgebindehauses am 26. Mai 2013 an: Das Programmheft für die neunte Ausgabe liegt ab sofort an rund 150 öffentlichen Punkten in der Oberlausitz und Sächsischen Schweiz aus. Touristinformationen, Verwaltungen, Ämtern, Hotels und Gaststätten bieten die 48-seitige Broschüre kostenfrei an. Auswärtige Interessenten können sie über die Geschäftsstelle Ungebindeland (Telefon 03583 721113) beziehen. In diesem Jahr sind 101 Häuser in 64 Orten im Dreiländereck, davon 17 Baustellen. Mit 34 Teilnehmern sind die polnischen und tschechischen Nachbarn so stark wie noch nie vertreten. Das Heft informiert über Besichtigungstermine und weitere Erlebnismöglichkeiten (Download unter
14 Schauplätze von Handwerksvorführungen, 39 kleine und größere Ausstellungen, zwei Vorträge sowie 21 Ortsführungen werden den Besuchern die in Europa einzigartige Umgebindehauslandschaft nahebringen und veranschaulichen, wie sich die sachgemäße Erhaltung der alten Bauweise mit modernen Wohnansprüchen verbinden lässt. „Das Interesse der Umgebindehauseigentümer, vieler weiterer Enthusiasten und ganzer Orte an dem Aktionstag ist ungebrochen, ja es nimmt immer weiter zu. Wir verzeichnen 2013 das bisher umfangreichste Angebot“, sagt Jeannette Gosteli von der Geschäftsstelle Umgebindeland. Außerdem werde der Umgebindehaustag zunehmend zu einem internationalen Fest der Begegnung und des Erfahrungsaustauschs. Zum zweiten Mal beteiligt sich z. B. die tschechische Gemeinde Blíževedly am Umgebindehaustag. Sie stellt einen denkmalgeschützten Speicher aus dem 17. Jahrhundert vor, den einzigen seiner Art im Bezirk Česka Lípa. Die Besucher können u. a. das Erdgeschoss mit Tonnengewölbe und Sandsteinportalen sowie das Blockobergeschoss mit Arkadenaußengang besichtigen. Eine Ausstellung gibt Auskunft über die Restaurierungsarbeiten. Außerdem werden historische Musikinstrumente vorgeführt. Auf die Kinder warten mittelalterliche Spiele. Den Titel „Ebersbach-Neugersdorf – eine Umgebindestadt im Wandel“ trägt eine Führung in der Kleinstadt im Lausitzer Bergland. In Großschönau gewährt der Eigentümer des vor 1700 errichteten Umgebindehauses An der Lausur 6 Einblick in die beiden sanierten Blockstuben mit Wandheizung und in laufende Bauarbeiten im Obergeschoss. Der Ortsteil Obercunnersdorf der Gemeinde Kottmar wartet mit 18 Angeboten auf, darunter einer Ortsführung, Gastronomie in Umgebindehäusern sowie mit sanierten Gebäuden, beispielsweise in der Hauptstraße 80 und der Hinteren Dorfstraße 70. Die polnische Stadt Szklarska Poręba im Riesengebirge macht auf das Umgebindehaus ul. Górna 10 aufmerksam, in dem der Bildhauer Franz Metzner wirkte, der am Leipziger Völkerschlachtdenkmal mitgearbeitet hat. Die zentrale Informationsstelle zum Tag des offenen Umgebindehauses richtet die Geschäftsstelle Umgebindeland im Pilgerhäusl Hirschfelde, Komturgasse 9, ein. Informationen Jeannette Gosteli, Geschäftsstelle Umgebindeland Telefon 03583 721109 Neue Strukturen im Umgebindeland2013 übernimmt die Stiftung Umgebindehaus schrittweise Aufgaben, für die bisher die Geschäftsstelle Umgebindeland zuständig war. Das haben die Landkreise Görlitz und Bautzen mit der Stiftung vereinbart. Die Tätigkeit für die Erhaltung der Umgebindehäuser wird in der neuen Geschäftsstelle der Stiftung in Ebersbach-Neugersdorf konzentriert. Übertragen wurde bisher die Umgebindehaus-Börse. Mitte 2013 werden die Bereiche Tag des offenen Umgebindehauses, Umgebindehaus-Erfassung und UNESCO folgen. Bis Jahresende übernimmt die Stiftung weitere Aufgaben, darunter die Webseite www.umgebindeland.de und die Betreuung der Projektgruppe. Das aktuelle EU-Förderprojekt mit der Pilgerhäusl-Sanierung als derzeitiger Hauptaufgabe wird von der Geschäftsstelle Umgebindeland 2013 abgeschlossen. mehr
Die Geschäftsstelle Umgebindeland beim Landkreis Görlitz hat ihren Sitz inzwischen im Salzhaus Zittau, Neustadt 47. Telefon- und Faxnummern sowie die E-Mail-Adressen bleiben bis Jahresende unverändert. Jeannette Gosteli, die langjährige Geschäftsstellenleiterin, ist für Weiterführung und Abschluss des Ziel 3/Cíl 3-Projektes „Gemeinsam für den Erhalt der Umgebindehäuser – Sensibilisierung und Wissensvermittlung“ verantwortlich. Mit Start der Umgebindeland-Initiative hatte die Geschäftsstelle Umgebindeland 2003 ihre Tätigkeit aufgenommen, zunächst beim Landkreis Löbau-Zittau, später beim Landkreis Görlitz angesiedelt. Sie war bisher der zentrale Anlaufpunkt für Interessenten an Umgebindehäusern, Hauseigentümer und Akteure, die sich für die Erhaltung der Volksbauweise einsetzen. Das Büro koordinierte alle privaten und gesellschaftlichen Initiativen und organsierte die grenzübergreifende Kooperation. Es initiierte, unterstützte und realisierte Förderprojekte. Mit der Webseite www.umgebindeland.de, Publikationen, Aktionen, Präsentationen und Medienarbeit machte die Geschäftsstelle das Umgebindeland bekannt. Zu den Ergebnissen der zehnjährigen Arbeit gemeinsam mit zahlreichen Partnern im Dreiländereck gehören u. a. die Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes für das Umgebindeland (REK), die Etablierung des Tages des offenen Umgebindehauses, die Entwicklung der Umgebindehaus-Börse und der Marke „Ferien im Umgebindehaus“ sowie die Begleitung der Markenentwicklung „Fachring Umgebindehaus“ und der modellhaften Sanierung des Inselhauses in Großschönau. Partnerschaftlich arbeitete die Geschäftsstelle Umgebindeland in diesem Zeitraum mit der Stiftung Umgebindehaus zusammen. Die Stiftung setzt sich seit 2004 für die Rettung gefährdeter Umgebindehäuser ein. Sie hilft beim Erwerb und der Sanierung leer stehender Gebäude. Das Stiftungskapital stellten die Kreissparkasse Bautzen und die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien zur Verfügung. Nach weiteren Zustiftungen, darunter des Freistaates Sachsen, umfasst es derzeit rund 964.000 EUR. Die Stiftung berät Interessenten zu denkmalpflegerischen, bauhistorischen und energetischen Aspekten und unterstützt die Finanzierung. Außerdem fördert sie Projekte wie dringende Sicherungsarbeiten oder die Restaurierung wertvoller Hausteile. Die Stiftung vergibt jährlich den mit 7.000 EUR dotierten Umgebindehauspreis. Seit Ende 2012 hat die Stiftung ihren Sitz im Umgebindehaus Hauptstraße 39 in Ebersbach-Neugersdorf (Umgebindezentrum Neugersdorf). Arnd Matthes, der langjährige Umgebindehausbeauftragte der Stiftung, leitet die Geschäftsstelle. Für den nunmehr weitergefassten Aufgabenbereich der Stiftung ist seit Jahrebeginn außerdem Projektmanager Sven Rüdiger zuständig, der bisher im Kreis Görlitz als Sachberarbeiter im Denkmalschutz tätig war. Informationen Jeannette Gosteli, Geschäftsstelle Umgebindeland Telefon 03583 721109 Arnd Matthes, Geschäftsstellenleiter der Stiftung Umgebindehaus Telefon 03586 763281 (an Sprechtagen Mo. u. Di.), Funk 0152 08764846 Umgebindehaus-Ratgeber auf TschechischEin Umgebindehaus-Ratgeber für Hauseigentümer und Bauherren, der 2012 online und als Lose-Blatt-Sammlung erschienen ist, hat einen tschechischen Verwandten erhalten. Die Ausgabe trägt den Titel „Opravy podstávkových domů – příručka pro majitele a stavebníky“. Experten aus der Region Liberec hatten die deutsche Fassung in die Landessprache übertragen und auf Besonderheiten der Umgebindebauweise in Böhmen zugeschnitten. Der populäre Ratgeber beschreibt auf 154 Seiten geeignete Vorgehensweisen bei Reparaturen und Rekonstruktionen von Umgebindehäusern. Elektronisch steht er auf der Webseite der Region Liberecký kraj und auf Fachportalen zur Verfügung.
Das Nachschlagewerk hat Architektin Kerstin Richter aus Weifa im Rahmen des EU-Projektes „Gemeinsam für den Erhalt der Umgebindehäuser – Sensibilisierung und Wissensvermittlung“ verfasst. Vorausgegangen waren mehrere Beratungen mit deutschen und tschechischen Fachleuten. Ziel dieser Zusammenkünfte war es, Erkenntnisse und Erfahrungen aus unterschiedlichen Gebieten in das Kompendium einzubringen, darunter Gesichtpunkte der Statik, Denkmalpflege und Ökologie. Die Umgebindehäuser im deutsch-tschechischen Grenzraum als ein gemeinsames bewahrenswertes Erbe zu verstehen – diesem Grundgedanken sind auch die Praxisseminare auf tschechischer Seite verpflichtet. Nach zahlreichen Abstimmungen in den vergangenen zwei Jahren findet am 4. Mai 2013 das Abschlussseminar statt. Es wird vom Liberecký kraj gemeinsam mit einheimischen Experten der Umgebindebauweise und der Agentur LAG MASiF Frýdlantsko durchgeführt. Veranstaltungsort ist die Gemeinde in Pertoltice na Frýdlantsku, rund sechs Kilometer nördlich von Frýdlant gelegen. Bau- und Denkmalpflegespezialisten werden ab 9 Uhr im Gemeindesaal den Interessenten Materialien und technologische Möglichkeiten zum Instandsetzen und Rekonstruieren von Umgebindehäusern vorstellen. Die Veranstaltung will außerdem auf den tschechischen Umgebindehaus-Ratgeber aufmerksam machen. Den Abschluss bilden Führungen durch ausgewählte Umgebindehäuser im Ort. Die Zusammenkunft endet gegen 18 Uhr. Für das Praxisseminar ist eine Anmeldung bei Projektmanagerin Ing. Kateřina Tížková erforderlich: Auch zum Tag des offenen Umgebindehauses am 26. Mai 2013 werden tschechische Eigentümer von Umgebindehäusern und Besucher aus den Nachbarländern Deutschland und Polen Gelegenheit zum Fachsimpeln haben. 17 Häuser bieten Besichtigungsprogramme an. Auch Vorführungen traditioneller Handwerkskunst und Angebote der regionalen Küche sind vorgesehen. Informationen Kateřina Tížková, Kraj Liberec, Schöne Häuser zwischen zwei BuchdeckelnEinen Bilderbogen mit 100 schönen und vielgestaltigen Umgebindehäusern aus zwölf Regionen des Umgebindelandes rechts und links von Neiße und Elbe will ein neues Buch aufschlagen, das derzeit erarbeitet wird. Der Bildband soll am 2. September 2013 im Verlag Graphische Werkstätten Zittau erscheinen. Foto- und Textautorin ist die gebürtigen Oberlausitzerin Jeannette Gosteli, langjährige Leiterin der Geschäftsstelle Umgebindeland. In Format und Layout wird die Publikation an den Anfang 2013 erschienenen Bildband „Verliebt ins Umgebindeland“ anknüpfen. Dieser hatte erstmals das Umgebindeland – ursprünglich ein Projekttitel – umfassend als einen unverwechselbaren grenzübergreifenden Kulturraum anschaulich gemacht.
Während das bereits vorliegende Buch (ISBN 978-3-929744-73-6) auf 116 Seiten und mit rund 120 Fotos das Zusammenspiel von Landschaften, historischen Häusern sowie Traditionen und Taten der Menschen in Bilder und Worte fasst, wird sich der Nachfolgeband ganz den Umgebindehäusern in ihrer Vielfalt und unerschöpflichen Detailfülle zuwenden. Kriterien für die Aufnahme von Gebäuden in den Bildband waren deren historische Bedeutsamkeit und Attraktivität sowie ihre denkmalgerechte Erhaltung. Außerdem will das rund 200-seitige Buch den Reichtum an Bauformen und das große Spektrum an zeitgemäßen Nutzungen und an heutigen Lebensstilen, die sich mit den historischen Volksbauten verbinden, widerspiegeln. „Der Bildband möchte dem Betrachter vor Augen führen, dass Umgebindehäuser keine ‚alten Bunden’ sind, sondern genial einfache, schöne und vielfältige Bauten, die über die Jahrhunderte immer wieder ihre Anpassungs- und Überlebensfähigkeit bewiesen haben“, sagt Autorin Jeannette Gosteli. „Vielleicht gelingt es sogar, künftig manchem Leser Lust auf ein eigenes Umgebindehaus zu machen.“ Informationen Jeannette Gosteli, Geschäftsstelle Umgebindeland Telefon 03583 721109 Türstöcke – heimatliche Kunst in SteinLiebhaber schöner Umgebindehausdetails und viele weitere Interessenten an kunstvoller Handwerksarbeit hatten ihre Freude an der Ausstellung „Türstöcken der südlichen Oberlausitz – Zeugnisse heimischer Handwerkskunst“, die vom 9. Februar bis 14. April 2013 im Faktorenhof Eibau stattfand. Christine Goldberg-Holz und Gerd Goldberg aus Waltersdorf präsentierten zahlreiche großformatige Abbildungen von Türstöcken an Umgebindehäusern. Zur Finissage erläuterte Christine Goldberg-Holz in einem Vortrag den Wissensstand zu Türstöcken im gastgebenden Faktorenhof Eibau. Die Goldbergs forschen bereits seit Jahren fachkundig zu steinernen Türrahmen. Ihre erste Ausstellung hatten sie 2008 im Museum Dittelsdorf veranstaltet.
Die nächsten Stationen waren Großschönau, Bertsdorf, Waltersdorf, Cunewalde, Obercunnersdorf, die Sparkasse Zittau und die Bibliothek im tschechischen Varnsdorf. Anliegen des regionalkundlich engagierten Ehepaars ist es, ihre Informationsschau ständig zu erweitern und auf Besonderheiten des jeweiligen Veranstaltungsortes einzugehen. Fotograf Gerd Goldberg verfügt inzwischen über eine bebilderte Datei mit mehr als 900 Türstöcken. Dank dieser lassen sich bei Neuentdeckungen Rückschlüsse auf Herkunft, charakteristische Ausschmückungen und Eigenheiten ziehen. Die ältesten steinernen Türgewände entstanden aus Sandstein. Später wurde auch Granit verwendet, der jedoch bildhauerisch schwierig zu bearbeiten war. Der älteste datierte Granittürstock stammt von 1766. Er steht in der Jahnstraße 32 von Eibau. Am Gebäude Bacheweg 23 in Eibau wurde der älteste, noch im Haus befindliche Sandsteintürstock entdeckt. Er trägt die erhaben ausgearbeitete Jahreszahl 1708. Eingemeißelte Jahresangaben – beispielsweise die Jahreszahl 1703 im Granittürstock in der Eibauer Steinstraße 21 – verweisen nicht immer auf die Entstehung des Türstocks, sondern beziehen sich oft auf die Errichtung des Hauses oder Umbaumaßnahmen. Ab 1500 wurde Sandstein am Hang der Lausche in Waltersdorf gebrochen. In einer historischen Karte ist der Leichensteinbruch vermerkt. Er bot offensichtlich besonders gut geeignetes Material für die Bildhauerei. Die Quarder für die ersten Eibauer Sandsteintürstöcke könnten von dort stammen. Spätere Sandsteintürstöcke – etwas vom Ende des 18. Jahrhunderts – lieferten vermutlich böhmische Werkstätten. Unter den böhmischen Exulanten die nach dem Dreißigjährigen Krieg in die Oberlausitz geflüchtet waren, hatten sich sicher auch Steinmetze bzw. Steinbildhauer befunden. Diese Ansiedlungswelle brachte vielen grenznahen Orten und der dort angesiedelten Leineweberei wirtschaftlichen Aufschwung. In den Dörfern ist er bis heute besonders in Faktorenhäusern in Gestalt einzigartiger Sandsteinportale sichtbar geblieben. Auf das Glücklichste hatten sich in diesem Kulturraum einst Vorkommen von bildhauerisch bearbeitbarem Material, Können und Kunstverstand, Wohlstand und Repräsentationsbedürfnis zusammengefunden und ein außergewöhnliches, bewahrenswertes Erbe in Stein hinterlassen. Informationen Christine Goldberg-Holz Telefon 035841 36734 Umgebindeexperte im (Un-)RuhestandDas Wissen um die Umgebindehäuser hat in den zurückliegenden Jahren ein Wissenschaftler besonders bereichert: Prof. Dr.-Ing. Christian Schurig von der Hochschule Zittau-Görlitz. Seit März 2013 ist er im Ruhestand. Der gebürtige Oberlausitzer hatte an der Fakultät Bauwesen gelehrt, dort das Informationszentrum Umgebindehaus ins Leben gerufen und über Jahre geleitet. Professor Schurig gehörte zu den tatkräftigen Förderern des länderübergreifenden Projektes „Umgebindeland“. Als Berater in Umgebinde-Gremien, mit Publikationen, Vorträgen und Führungen hat er in der Öffentlichkeit praxisnah viel zum Verständnis der Umgebindebauweise beigetragen. Diesem Thema will er ehrenamtlich treu bleiben, darunter im Fachbeirat der Stiftung Umgebindehaus.
„Ich habe Professor Schurig in der Zusammenarbeit seit 2004 als einen verlässlichen Partner schätzen gelernt. Bei Problemen hatte er immer ein offenes Ohr und den Willen, sie lösen zu helfen“, sagt Jeannette Gosteli von der Geschäftsstelle Umgebindeland. Mit Herzblut habe er auch als Hochschullehrer die Umgebinde-Thematik seinen Studenten nahegebracht, darunter als Initiator des Karl-Bernert-Kollegs sowie als Anreger und Betreuer von entsprechenden Diplomarbeiten und Praxissemestern. Gegenwärtig wirkt Professor Christian Schurig an der Neuausgabe eines Bildwörterbuches mit, das viersprachig Begriffe der Umgebindebauweise in Wort und Bild erklären wird. In seinem Terminkalender ist u. a. auch der Tag des offenen Umgebindehauses am 26. Mai 2013 vermerkt. Um 14 Uhr wird er Interessenten zu einem einstündigen Ortsrundgang durch Zittau-Hirschfelde einladen, mit Start am Pilgerhäusl, Komturgasse 9. Informationen Jeannette Gosteli, Geschäftsstelle Umgebindeland Telefon 03583 721109 Übersicht zu den nächsten Terminen4. Mai 2013: Praxisseminar in Pertoltice na Frýdlantsku (Tschechien)
26. Mai 2013: Tag des offenen Umgebindehauses 2. September 2013: Herausgabe des zweiten Bildbandes zum Umgebindeland 25. – 27. Oktober 2013: Offizielle Eröffnung des Pilgerhäusls Hirschfelde |
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Datum: 19.06.2013 |